Français


Genetische Forschung

Ein wenig Genetik

Die Genetik der Hirschsprung-Krankheit
Die Übertragung der Krankheit
Die syndromatischen Formen der Krankheit
Die Zukunft in der Genforschung










Ein wenig Genetik

Die folgenden Informationen gehen auf mehrere Telefongespräche zurück, die wir mit
Herrn Prof. Stanislas Lyonnet, Genetiker am Necker-Spital in Paris, geführt haben.

Die Hirschsprung-Krankheit ist eine multigenetische Krankheit (Mutation mehrerer
Gene, deren Kombination diese Anomalie bedingt). Bis heute wurden mehrere
Gene identifiziert (RET, SOX10, GDNF, EDNRB, EDN3), die mit der syndromatischen
Form und der Lang-Segment-Form zusammenhängen könnten. Indessen sind
die Mutationen des Gens RET (das sich im Chromosom 10 befindet) für die Hälfte
der familiären Formen und für einige sporadisch auftretende Fälle verantwortlich.
Auch scheint es, dass bis heute nicht identifizierte Modifikationsgene beim
Erscheinungsbild der Krankheit eine Rolle spielen könnten.

Mit einer pränatalen Diagnose ist es zurzeit nicht möglich festzustellen, ob ein Kind
an der Hirschsprung-Krankheit leidet oder nicht.

Das Chromosomenbild (Karyogramm) erweist sich jedoch im Allgemeinen als
unversehrt.


(zurück zum Menü)




Die Genetik der Hirschsprung-Krankheit

Das hauptsächliche Gen ist das Gen RET, doch es schient, dass sich auch noch
andere, bislang nicht identifizierte Gene in den Chromosomen 3 und 19 finden.
Bei mehreren veränderten Genen spricht man von Polymorphismus.

Das Gen RET zeigt recht seltene Mutationen (nur 50 % der familiären Fälle) und
erweist sich von einer Familie zur anderen als sehr variabel. Für das Auftreten
der Krankheit ist es erforderlich, dass diese Mutationen sich in Verbindung mit
anderen Genen vollziehen.

Kurz: nicht allein schon deshalb, weil eine Person Träger dieser Mutationen ist,
bricht die Krankheit bei ihr aus. Die Wahrscheinlichkeit des Ausbruchs der
Krankheit ist indessen bei Jungen weit höher als bei Mädchen.

(zurück zum Menü)




Die Übertragung der Krankheit


Die Übertragung ist also komplex und folgt nicht den klassischen Regeln der
Vererbung. Beim Auftreten der Krankheit bringt ein Verwandter die Veränderung
des Gens RET in schwerer oder abweichender Form mit, aber der andere Verwandte
muss dazu beitragen (Akzentuation). Von daher ist es viel leichter, die sporadisch
auftretenden Fälle zu verstehen, die sonst jeder Logik widersprechen.

(zurück zum Menü)




Die syndromatischen Formen der Krankheit


Es kommt vor, dass andere Anomalien mit der Hirschsprung-Krankheit verbunden
sind, z. B. kongenitale Kardiopathien, Missbildungen der Nieren, Fehlbildungen
und Dysmorphien des Gesichts oder das Kaufman-McKusick-Syndrom.

(zurück zum Menü)




Die Zukunft in der Genforschung


Heutzutage darf man hoffen, dass in einem Jahrzehnt jeder von einer
persönlichen genetischen Beratung wird profitieren können.

Was eine eventuelle Therapie betrifft, so wird man mit gut fünfzehn bis
zwanzig Jahren rechnen müssen.

In Anbetracht des Forschungsstandes kann zurzeit die Methode der Zelltherapie
nicht angewandt werden.

Auch ist zu bedenken, dass die Hirschsprung-Krankheit für die Forschung
einen Gegenstand von großer genetischer Komplexität darstellt.

Wir müssen uns die Hoffnung bewahren, dass wir alle eines Tages klare Antworten
auf unsere verschiedenen Fragen erhalten werden.

(zurück zum Menü)